Wirkung und Nutzen inklusiver Quartiersentwicklung (WINQuartier)

Ausgangssituation und Zielsetzung des Projektes

Der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in Deutschland nimmt seit Jahren stetig zu und nach wie vor wünschen sich viele ältere Menschen, so lange wie möglich in ihrem bekannten Wohnumfeld verbleiben zu können. An dieser Stelle kommt die inklusive Quartiersentwicklung zum Tragen: Durch die systematische Weiterentwicklung inklusiver Quartiere können Unterstützungsstrukturen im unmittelbaren Umfeld älterer Menschen entstehen oder bereits bestehende Strukturen publiziert werden, die den im Quartier lebenden Seniorinnen und Senioren ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben in ihrem gewohnten Umfeld ermöglichen sollen. Inzwischen sind eine Vielzahl an Trägern, Vereinen, Initiativen und Behörden und auch viele engagierte Bürgerinnen und Bürger mit einer bunten Palette an Projekten in diesem Bereich tätig. Doch wirken diese Maßnahmen überhaupt und wenn ja, entfalten sie auch die beabsichtigte Wirkung? Diesem spannenden Fragenkomplex möchte sich das Projekt WINQuartier nähern.

Projektstruktur

Gefördert durch die Stiftung Wohlfahrtspflege NRW wird das Projekt WINQuartier im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege NRW, vertreten durch die Arbeiterwohlfahrt, Bezirk Westliches Westfalen, umgesetzt. Das Projektmanagement und die wissenschaftliche Bearbeitung leisten das bbb (Büro für berufliche Bildungsplanung R. Klein & Partner GbR in Dortmund) und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum. Die Evaluation des Projektes erfolgt durch das Institut für sozialraumorientierte Praxisforschung und -entwicklung in Düsseldorf.

Projektumsetzung

Die Umsetzung des Projektes erfolgt in vier Arbeitsschritten. In einem ersten Schritt wurden zunächst die Projektgrundlagen gelegt, indem die Zielsetzungen inklusiver Quartiersarbeit, die als inhaltliche Orientierung für die weiteren Arbeitsschritte dienen sollten, erarbeitet wurden. In einem zweiten Schritt erfolgte dann die Entwicklung eines Instrumentariums zur Wirkungsanalyse. Hierfür wurden bereits bewährte Konzepte wirkungsorientierter Selbstevaluation entwickelt und Evaluationsansätze aus anderen Kontexten auf den Arbeitsbereich Quartier übertragen. Im nächsten Schritt ging es dann in die Pilotphase: Hier hatten fünf Pilotquartiere – die jeweils von einem der fünf freien Verbände der Wohlfahrtspflege vorgeschlagen wurden -  die Gelegenheit, das in Schritt 2 erarbeitete Instrumentarium auf seine Praxistauglichkeit zu testen. Zu den fünf Pilotquartieren gehören die Quartiere…

  • Feldmark/Bocholt-West, betreut durch den Verein Leben im Alter (L-i-a),
  • Bottrop-Eigen, betreut durch die AWO Westliches-Westfalen,
  • Düsseldorf Benrath, betreut durch die Diakonie Düsseldorf,
  • Köln Ehrenfeld, betreut durch den Caritasverband für die Stadt Köln,
  • Solingen Höhscheid / Quartier am Unnersberg, betreut durch den Hauspflegeverein Solingen.

In einem finalen Arbeitsschritt werden nun die Ergebnisse aus der Pilotierungsphase, Diskussionsergebnisse des Projektbeirates sowie Rückmeldungen aus der Wissenschaft in das Instrumentarium zur Wirkungsanalyse eingearbeitet. Zum Projekteende soll in der Quartiersentwicklung Mitarbeitenden damit eine Webseite zur Verfügung stehen, die einen wissenschaftlich erarbeiteten und praktisch erprobten Baukasten mit Methoden zur Selbstevaluation eigener Projekte bieten soll.

Das Instrumentarium kann zukünftig genutzt werden, für die

  • Planung und Steuerung von Quartierentwicklungsprozessen in unterschiedlichen Kontexten,
  • Selbstevaluation durch die verantwortlichen Akteure in Quartiersentwicklungsprozessen inkl. der Partizipation von weiteren Stakeholdern und den Nutzerinnen und Nutzern in den Quartieren,
  • Dokumentation sowie begründete und nachvollziehbare Darstellung von Wirkungen und Nutzen der Arbeit in Quartiersentwicklungsprojekten gegenüber Entscheidern und Finanziers,
  • Professionalisierung der Mitarbeitenden und Träger im Arbeitsfeld Quartiersentwicklung.


Quelle: https://winquartier.de